Traumaverarbeitung

Somatic Experiencing

Traumata – und damit sind nicht nur Kriegserlebnisse, Gewalterfahrungen, Naturkatastrophen, Unfälle usw. gemeint, sondern auch Erleben von Herabsetzung, Missachtung, emotionaler Kälte, Gleichgültigkeit usw. – können sich, wenn nicht verarbeitet, in unserem Körper insbesondere in unserem Nervensystem manifestieren und führen zu unterschiedlichen Symptomen körperlicher und seelischer Art.
Häufig nehmen wir nur die Symptome, Stimmungen wahr und können keine Verbindung zur Ursache herstellen, bzw. haben einfach „vergessen, dissoziiert, ins Unbewusste verschoben“.

Somatic Experiencing ist eine sanfte Therapieform, die hilft, das Nervensystem zu entlasten und so wieder eine größere und gesündere Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten und Stimmungen zu eröffnen.

Im Fokus ist dabei der Spürsinn (Wahrnehmung) im Körper und die Wiederherstellung des natürlichen Orientierungssinns, des Kampf- und Fluchtreflexes im hier und jetzt, der bei Trauma gestört wurde und so Energie blockieren und Störungen verursachen kann.

Für gewöhnlich sitzen Therapeut und Klient sich gegenüber. Es können sich jedoch auch Situationen ergeben, in denen liegen, stehen oder Bewegung hilfreich ist. Die Basis ist der jetzige Augenblick, in dem sich alles zeigt und in dem sich Blockierungen lösen können, ohne zwangsläufig in die Ursprungssituation zurückgehen zu müssen. Meist ist das eigentlich traumatische Erlebnis zum Zeitpunkt der Therapie vorbei, aber die Symptome sind geblieben.

Mein Leben hat sich durch diese Methode sehr verändert und ich schätze, dass behutsam, langsam und sehr effektiv gearbeitet werden kann, ohne eigentlich was zu „machen“.

Jeder Mensch findet durch Wahrnehmung und Spüren selbst heraus, welches Tempo und welche Richtung er braucht.

EMDR – Eye Movement Desensitization Reprocessing

EMDR bedeutet auf Deusch etwa: Augenbewegungs-Desensibilisierungs-Prozess. Dabei werden die beiden  Gehirnhälften durch Stimulation aktiviert, die dadurch eine Weiterverarbeitung des traumatischen Inhalts bewirkt. Es ist eine recourssenorientierte Musterunterbrechung, eine hirnpsychologische Reorganisation. Es kann Neues entstehen und eine Veränderung im Denken, Fühlen, Bewerten und im Verhalten bewirken.

Dabei werden bilaterale Impulse gegeben, entweder über die Augen – durch eine Bewegung des Therapeuten mit der Hand von rechts nach links vor den Augen – oder durch taktile Stimulation – Berührung abwechselnd auf den Beinen oder an den Schultern – oder akustisch durch Musik die bilateral wirkt. Was bei wem am Besten wirkt, wird mit dem Klienten zusammen herausgefunden.

Die EMDR Methode ist eine Intervention, die in eine Gesamttraumabehandlung mit eingebettet werden kann. Sie ersetzt keine Traumatherapie, ist jedoch – wenn im Prozess eingesetzt – sehr wirksam. Klienten sind oft selbst sehr beeindruckt, was in ihnen passiert bei dieser Methode und wie gut und schnell sich etwas verändern kann.